Vorhersagen für die WG – Typical über eine Woche oder einen Monat
In einer WG zeigt sich das Typische nicht an einem Abend, sondern über Wochen. Jemand lässt Töpfe „zum Einweichen“ stehen, jemand anderes klebt Zettel an den Kühlschrank, und irgendwer nimmt grundsätzlich die Pakete für das halbe Haus an. Typical macht aus diesen Gewohnheiten ein Bingo, das neben dem Alltag herläuft: Zu Beginn schreibt ihr Vorhersagen übereinander, danach hakt ihr ab, was eintritt – beim Frühstück, am Putztag oder wenn es abends klingelt. Wie das Spiel im Einzelnen funktioniert, steht in der Spielanleitung.
So richtet ihr die WG-Runde ein
- Kartengröße nach Dauer. Für eine Woche reicht 3 × 3, dann hat jedes Feld eine echte Chance. Für einen Monat passt 4 × 4, damit nicht schon am dritten Tag alles entschieden ist. 5 × 5 lohnt sich nur, wenn ihr viele seid und wirklich vier Wochen durchhalten wollt.
- Einen Stichtag setzen. Nehmt einen Tag, den ohnehin alle im Kopf haben: den Sonntag, an dem der Putzplan wechselt, das Monatsende oder die nächste WG-Besprechung. Schafft niemand eine Linie, endet die Runde dort von selbst, und es gewinnt, wer dem Bingo am nächsten gekommen ist.
- Ein Gewinn, der zur Wohnung passt. Wer gewinnt, bekommt einen Monat lang das beste Fach im Kühlschrank, sucht das Essen für den nächsten gemeinsamen Abend aus oder muss eine Woche lang nicht den Müll runterbringen.
- Frei schreiben statt Blitz. Eine WG hat eigene Rituale, und die stehen in keiner fertigen Liste. Wählt deshalb „Frei schreiben“. Den Blitz-Modus mit der Kategorie „Typisch wir“ nehmt ihr, wenn jemand gerade erst eingezogen ist und die anderen noch kaum kennt.
Ab vier Personen könnt ihr auch in Teams spielen und sie selbst einteilen, etwa die Zimmer oben gegen die Zimmer unten. Wer keine App installieren will, spielt im Browser mit.
14 Vorhersagen für das WG-Leben
Diese Sätze sind Anregungen für eure eigene Karte. Jeder beschreibt ein Verhalten, das man innerhalb einer Woche oder eines Monats beobachten kann, und keiner zielt auf etwas, das in der Wohnung ohnehin schon für Streit sorgt:
- stellt einen Topf „zum Einweichen“ in die Spüle
- fragt in der Gruppe, wem der Joghurt im Kühlschrank gehört
- klebt einen Zettel an den Kühlschrank
- tauscht den Putzdienst mit jemandem
- kauft Klopapier, obwohl noch genug da ist
- nimmt ein Paket für eine andere Wohnung an
- sagt Besuch erst an, wenn es schon klingelt
- bringt den Müll runter und nimmt gleich das Altpapier mit
- kocht so viel, dass es für die ganze WG reicht
- fragt, wer die Heizung hochgedreht hat
- räumt die Spülmaschine aus, ohne dass jemand darum bittet
- schlägt einen gemeinsamen WG-Abend vor
- isst etwas aus dem Kühlschrank und ersetzt es am nächsten Tag
- erinnert im WG-Chat an das offene Einkaufsgeld
Dazu aus dem Blitz-Modus
Auch einige Sätze aus der Kategorie „Typisch wir“ passen gut in eine WG. Auf der Karte steht vor jedem Satz der Name einer Person aus eurer Runde:
- bedient sich an den Snacks eines anderen
- fragt nach einem Ladekabel
- beschwert sich über das Wetter
- erzählt von einem verrückten Traum
- schickt ein Meme in den Gruppenchat, obwohl alle zusammensitzen
- verabschiedet sich und bleibt dann noch eine Stunde
Tipps für eine Runde, die einen Monat hält
- Wer leitet, richtet ein – mehr nicht. Der Gastgeber legt Kartengröße, Stichtag und Gewinn fest und gibt die Runde frei. Abhaken dürfen danach alle, sofort und ohne Abstimmung. Eine Person als Schiedsrichter braucht es nicht.
- Gleich abhaken, nicht sammeln. Nach zehn Tagen weiß niemand mehr, wer am Dienstag die Spülmaschine ausgeräumt hat. Tippt das Feld an, solange der Moment noch frisch ist. Ein falscher Haken lässt sich von der Person zurücknehmen, die ihn gesetzt hat, und alle anderen können widersprechen.
- Tägliches und Seltenes mischen. Eine Karte nur aus Dingen, die jeden Tag passieren, ist nach einer Woche voll; eine Karte nur aus Seltenem bleibt leer. Gut ist eine Mischung: ein paar Sätze für die Küche, ein paar für den Putztag, ein oder zwei für Besuch und Post.
- Die Ruhigeren einbinden. Wer selten in der Küche sitzt, bemerkt anderes: wer nachts kocht, wer die Pakete im Flur stapelt, wer am Sonntag als Erstes wach ist. Typical verteilt die Aufträge so, dass über jede Person gleich viele Sätze entstehen – auch wer sich sonst zurückhält, schreibt also über alle.
- Keine versteckte Kritik. Der häufigste Fehler in WG-Runden: Ein Ärgernis wird als Vorhersage verpackt, etwa das stehengelassene Geschirr. Das trifft, statt zu unterhalten. Was wirklich stört, gehört in die WG-Besprechung, nicht auf die Karte. Ein guter Satz ist einer, über den auch die gemeinte Person lacht.
- Mit der Auflösung abschließen. Nach dem Bingo sieht jede Person, was über sie geschrieben stand, auch das, was nie eingetreten ist. Das lohnt einen gemeinsamen Abend in der Küche – am besten gleich mit dem Gewinn.